Name: Weltmeisterschaft 2007
Datum: 28/29/30.2007
Standort: Hamar-Norwegen
Vorwort:
Die Reise nach Hamar - ein kleines Abenteuer!
Seitens des Club Luxembourgeois pour Agility (C.L.A.) bestanden zwei Möglichkeiten, um zur Weltmeisterschaft nach Hamar zu reisen.
a) privat mit dem Auto
b) oder mit dem Flugzeug
Bei mir stand von Anfang an fest, dass ich die Reise mit dem Auto machen würde. Der Hauptgrund war dass ich Jack und Lee nicht trennen wollte. Außerdem fahre ich gerne Auto und schlussendlich kam
dazu dass Fabienne und ihre drei qualifizierten Hunde sich dieser Reise anschlossen.
Folgenden Weg wählten wir:
Dienstag 25. September: Abreise in Luxemburg gegen 7.00 Uhr
Dienstag 25. September: Ankunft in Puttgarden (16.00 Uhr), Überfahrt mit der Fähre (45 min) nach Dänemark.
Durchreise Dänemark und Ankunft gegen 19.30 Uhr in Ängelholm (Schweden), wo wir eine Nacht im Hotel Erikslund schliefen. In diesem Hotel trafen wir mit der Familie Hipp zusammen, und wir so den Rest
der Fahrt zusammen fuhren.
Mittwoch 26. September: Abreise gegen 8.00 Uhr im Hotel, Einreise nach Norwegen gegen 11.00 Uhr.
Ankunft in Hamar im Hotel Astoria um 15.30 Uhr
Am Mittwochabend stand dann ein gemeinsames Abendessen mit dem ganzen WM - Team auf dem Programm.
Alles in allem war es eine sehr gute Anreise ohne Probleme, ein bisschen Regen bei der Durchfahrt in Schweden, sonst aber eine sehr angenehme Fahrt.
Donnerstag 27. September: Um 11.00 Uhr gemeinsame Abfahrt zur Veterinärkontrolle, wo anschließend um 13.30 Uhr Training für unser Team angesagt war.
Beim Training stand für Lee nur das Gewöhnen an den Teppich auf dem Programm, ein Hauptpunkt war natürlich der elektronische Tisch, ansonsten keine Zonen (nur die Wippe)
Dieses Training lief recht zufrieden stellend, mir fiel auf dass Lee hervorragenden Gripp auf dem Teppich hatte, sich recht schnell und sicher bewegte und jetzt hieß es nur, diese Leistung beim
Wettkampf zu bestätigen!
Der Abschluss dieses Tages war der Gala-Abend, seit Jahren eine Pflicht (zumindest für mich!) und einfach zu einer WM dazu gehört!
Jos:
Freitag 28. September
Nach einer schönen Eröffnungszeremonie, die kurz und bündig war, begann die WM richtig!
Lee startete mit dem Jumping-Lauf, Einzeln! Der Lauf, gerichtet von Michel Liekens, war bis auf den Anfang eigentlich nicht zu schwer aufgebaut. Nur die ersten 5 Hürden bis zum
Tunneleingang waren so gestellt dass es ein paar Möglichkeiten gab, den optimalen Weg zu wählen. Da ich beim Training eine ähnliche Situation geübt hatte wusste ich wie Lee sich auf
diesem Boden verhielt und so wählte ich, entgegen den meisten Mitstreitern zweimal den Weg zwischen den Hürden durch. Es stellte sich heraus, es war der optimale Weg! Auch danach lief
Lee wie auf Schienen, und obschon nach der Anfangssequenz zwei schnelle Geraden kamen, wo eigentlich die superschnellen Borders im Vorteil waren, konnte ich fast nicht glauben, dass
Lee am Ende dieses Laufes auf den ausgezeichneten, nie erwartenden 4. Platz kam. Ein Resultat, von dem ich überrascht war, nicht
mal geträumt hatte! Eigentlich hatte ich mein Ziel bereits erreicht: ich wollte Lee mal bei einer WM zeigen, wollte herausfinden ob die Trainingsform die Richtige ist, und ganz klar:
sie ist es!!!!
Es stand aber noch der Mannschaftslauf, ein Agility-Lauf auf dem Programm. Richter war auch hier der Belgier Michel Liekens. Hier sollte sich der einzige Schwachpunkt von Lee zeigen,
der Laufsteg!
Lange habe ich im Vorfeld der WM überlegt, ob ich überhaupt in der Mannschaft starten sollte oder alles für das Einzelklassement tun.
Nach den Trainingseindrücken, und da ich nicht wusste dass sich Lee nach dem Jumping-Lauf soweit vorne klassierten würde, habe ich mich doch entschieden, im Team zu starten.
Vielleicht ein Fehler? Nun, der Lauf war eigentlich nicht schlecht, der Laufsteg auch nicht soooo langsam, doch leider bedeutete es trotzdem eine leichte Zeitüberschreitung! Sonst war
Lee aber sehr gut unterwegs, ohne weiteren Fehler, sodass wir mit dem ersten Tag super zufrieden sein konnten!
Überhaupt fiel am ersten Tag auf, und es sollte sich in den folgenden Tagen bestätigen, dass die Zeitvorgaben extrem hoch waren und viele WM Starter hiermit Probleme bekommen sollten und dass die
Läufe im Grossen und Ganzen nicht all zu schwer waren!
Samstag, 29. September
Nur ein Lauf stand heute an - der Jumping-Lauf der Mannschaften!
Auch dieser Lauf sollte, beim ersten Betrachten, für Lee keine extremen Schwierigkeiten bedeuten! Doch es trat wieder etwas ein, womit ich nicht im Geringsten gerechnet hatte.
Lee zeigte Angst, wollte überhaupt nicht mehr in die Halle, zitterte am ganzen Körper. Symptome, die sie bis jetzt noch nie gezeigt hatte. Sie tat mir leid, Zweifel kamen auf, ob ich
überhaupt starten sollte. Es war, und es ist nicht übertrieben, absoluter Horror.
Starten oder nicht starten? Danke an dieser Stelle an unsere Team-Leiter Nancy und Rolli Schiltz, die absolutes Verständnis zeigten.
Entgegen meiner Überzeugung aber um dem Team zu helfen, wagte ich doch den Start. Lief Lee mit? Absoluter Gau wäre gewesen wenn sie nach dem Ablegen aus der Halle gelaufen
wäre.
Nun nach der ersten Hürde war alles in Ordnung. Ich war darüber etwas überrascht sodass ich nach der dritten Hürde nicht top konzentriert war und Lee den Slalom anpeilte, kurz
durchfegte was aber leider eine Dis bedeutete! Schade für das Team, wo wir zum Schluss den 20. Platz von 32 Ländern belegten.
Nach dem Lauf kam Hilfe von allen Seiten. Wie wichtig wäre in diesem Fall eine optimale physiotherapeutische Vorbereitung, wie es z.B das deutsche Team macht, gewesen!
Ich nahm Kontakt mit Claudia Wunderlich auf, und so probierten wir Lee so gut wie möglich auf den Abschlusstag
vorzubereiten.
Sonntag, 30. September
Der letzte Tag! Relativ locker konnte ich, trotz der ausgezeichneten Ausgangsposition im Jumping, unseren letzten Lauf angehen! Ich wusste dass ich keine
Chance hatte, einfach weil der Laufstegabgang zu langsam ist. Also nahm ich mir vor mit einem Nuller diese WM zu beenden! Der Parcours war wiederum relativ leicht, doch es zeigt sich immer wieder,
dass man bei WM Selektionen, Landesmeisterschaften oder sonstigen wichtigen Läufen keine unmöglichen Sachen aufstellen muss, um einen Lauf zu entscheiden.
Der Richter Yngve Sommer entschied also über den diesjährigen Weltmeister. Lee hatte sich ein wenig beruhigt, kam erst kurz vor dem Start zu mir und legte gleich schnell los. Bei der
dritten Hürde bellte sie sogar kurz, dann kam der Laufsteg als 4. Gerät. Schneller Aufgang, auch das 2. Drittel des Steges nahm sie relativ schnell, doch dann kam der Abstieg! Ich nahm sogar das
Raunen in der Halle zur Kenntnis, denn.......langsamer geht es fast nicht! Ich weiss nicht wie viele Sekunden Lee brauchte, aber auf jeden fall war es viel zu langsam. Dann kam auch
noch ein Stangenabwurf dazu, und so erreichten wir das Ziel mit diesem einen Fehler und einer Zeitüberschreitung und beendeten die WM auf einem 45. Platz!
Trotzdem, auch wenn es komisch klingt, ich war zufrieden. Nicht jeder steht nach dem ersten Lauf auf dem 4. Platz bei einer WM und es gilt jetzt, endlich Lee schneller auf dem
Laufsteg zu bekommen, auch wenn es auf Kosten einer nächstjährigen WM Teilnahme gehen sollte!
Lee hat sich wunderbar gezeigt, es wäre schade wenn sie durch dieses Laufstegproblem nicht das erreichen könnte, zu was sie eigentlich fähig ist! (was aber hundertprozentig nicht ein
Platz auf dem Podest sein muss, sondern einfach den A-Lauf so rund durchlaufen wie den Jumping-Lauf)
Danke Lee, super Hund!!
Nach zwei WM Starts mit Vita (Bobtail), zwei WM Starts mit Jack, der sich ein drittes Mal als Reserve-Hund qualifiziert hatte, war es
dann 2007 der erste WM Start für Lee, nachdem sie sich letztes Jahr als Reservehund geschafft hatte! Gespannt wie sie sich weiter entwickelt!
Am 1. Oktober traten wir die Heimreise an, mit einem erneuten Zwischenstopp in Schweden.
Wenn man die lange Qualifikationszeit rechnet, dann das Warten bis zum ersten WM Start, geht eine WM eigentlich viel zu schnell vorüber!
Large-Klasse:
In dieser Klasse startete von unserem Verein Betz Nathalie mit ihrer Border-Hündin Jewel. Ein Team, sicherlich nicht das
allerschnellste, aber ein sehr sicheres Team das sich zu Recht für die WM Teilnahme qualifiziert hat,. Da es die erste WM Teilnahme war, musste man abwarten, wie sich diese Zwei bei so einer großen
Veranstaltung behaupteten.
Nathalie hatte sich für den Flugweg entschieden und begann das WM Abenteuer als zweiter luxemburgischer Starter in der Large-Klasse. Sie wählte bei diesem Lauf den gleichen Weg wie
Lee, schaffte dies auch sehr schön, doch leider sollte die Konzentration nicht ausreichend sein, denn Jewel lief in das falsche Loch Tunnel! Also beim ersten WM Start leider eine
Dis!
Besser machten die Beiden es beim Mannschafts-A Lauf. Bis auf einen Fehler beim Laufstegabgang sowie eine leichte Zeitüberschreitung ein sehr schöner runder Lauf.
Auch im Jumping-Lauf der Mannschaft konnte Nathalie mit Jewel die Zeitvorgabe nicht erreichen, aber wichtig war dass sie einen schönen Lauf, ohne Fehler, zeigten!
Auch zum Abschluss zeigte Nathalie dass sie zu Recht bei der WM startete. Mit einem Fehler auf dem Laufstegabgang und wiederum einer Zeitüberschreitung konnten sie erhobenen Hauptes
ihre erste Weltmeisterschaft abschließen. Zugleich passten sie sich harmonisch dem ganzen WM Team an, was natürlich während den 5 gemeinsamen Tagen sehr wichtig ist!
Medium-Klasse:
Hier startete Fabienne mit ihrem Sheltie Baby-Blue. Für Babe war es die erste Weltmeisterschaft. Und gleich vorweg bemerkt:
Sie machte ihre Sache sehr gut.
Beim Agility - Mannschaftslauf kam Babe mit einem Fehler auf der Kontaktzone sowie einer kleinen Zeitüberschreitung ins Ziel. Dafür glänzte sie im Jumping-Lauf der Mannschaften. Hier
liefen Fabienne und Baby ohne Fehler und in einer sehr guten Zeit.
Dasselbe Resultat sollte dann beim abschließenden A-Lauf einzeln herauskommen. Ohne Fehler in diesem Lauf konnte Baby diese WM beenden, dies mit einem ausgezeichneten 20.Platz im
Einzeln und mit dem 8. Platz in der Mannschaft.
Small-Klasse:
Das luxemburgische Team in der Small-Klasse bestand nur aus Bettemburger Teilnehmerinnen, Fabienne Thines mit Vloh und Fly sowie Oé Mireille mit Fee.
Thines Fabienne mit Fly: Insgesamt 11 Mal bei einer WM gestartet, Weltmeister sowie WM-Podest im Einzeln, da brauchte Fabienne eigentlich nicht mehr zu beweisen. Trotzdem, wer sie
kennt, weiß wenn sie startet gibt sie auch das Beste!
Im Einzelnen startete Fabienne mit Fly. Eine Schrecksekunde gab es beim Jumpinglauf wo der Richter erst einen Fehler im Slalom angedeutet hatte, den er aber im Nachhinein
korrigierte. Obschon Fly nicht der langsamste Sheltie ist, reichte es doch nicht in der vorgegebenen Zeit zu bleiben. Alles in allem, trotzdem ein zufrieden stellender Start!
Am Samstag folgte dann der Agility-Lauf der Mannschaft. Hier hatte Fly dann ein Slalomproblem, hinzu kam dann noch der Fehler beim Laufstegabgang und auch eine leichte
Zeitüberschreitung war nicht zu verhindern!
Danach klappte alles! Der Mannschaftsjumping-Lauf bereitete keine Probleme. In diesem Lauf kamen Fabienne und Fly ohne Fehler in der vorgeschriebenen Zeit ins Ziel.
Auch beim abschliessenden A-Lauf (individuel) konnten sie noch mal glänzen. Ohne Fehler, die ganz leichte Zeitüberschreitung vergessen wir, kamen sie ins Ziel und beendeten die WM individuel auf dem
16. Platz. Mit der Mannschaft konnte der 10. Platz erreicht werden.
Mit Vlohriane Black Spirandelli di mont-alban von den Garnicher Eichen startete Fabienne in der Small-Mannschaft. Beim A-Lauf Mannschaft zeigte Vloh einen
Nullfehlerlauf, aber auch für sie gab es bei diesem Lauf eine leichte Zeitüberschreitung.
Fast so gut lief es im Jumping. Der Richter meinte aber beim Tunnel eine Verweigerung zu zeigen, was man auch akzeptieren kann, dies sollte aber der einzige Fehler sein.
Alles in allem kann man Fabienne und ihren zwei Hunden Fly und Vloh gratulieren. Eine sehr gute WM Leistung.
Die dritte Vertreterin in der Small-Klasse war Mireille Oé und Fee. Sie starteten beim ersten Lauf, dem Jumping individuel, ohne Fehler, doch zeigte Fee hier
erstaunlicherweise etwas größere Bögen, was zum Schluss den 20. Platz in diesem Lauf brachte.
Beim Agility Lauf der Mannschaft sollte ein Fehler auf der A-Wand den sonst sehr guten Lauf etwas trüben. Zeitlich konnte Fee hier mit den Besten mithalten!
Beim Jumpinglauf der Mannschaften konnten auch Mireille und Fee eine Verweigerung beim Tunnel nicht verhindern
Blieb also noch der A-Lauf individuel. Hier setzte Mireille alles auf eine Karte. Schnell waren sie, doch leider mit Fehlern auf dem Laufsteg und der A-Wand.
Mit dem 21.Platz erreichten die Beiden vielleicht nicht das erwartete Resultat!
Schlusswort:
Eine ausgezeichnete Weltmeisterschaft!
Kompliment an die Norweger, die von der Organisation her eine tolle WM zeigten. Alles klappte, hervorragende Zeitplanung, freundliche Helfer.
Ein anderes Kompliment geht an unsere Teamleader Nancy und Rolli Schiltz. Alles bestens geplant, immer ansprechbar, immer gut gelaunt, alles unter Kontrolle. Super und Danke!
Weil es von der Distanz her eine weite Reise war, konnte man nicht viele Fans in Hamar erwarten. Die, die aber da waren, passten! Keine Diskussionen, gute Laune, bravo!
Zu guter Letzt Kompliment an Patrick Krier, für seinen tollen 4. Platz in der Medium-Klasse.
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