Einleitung:
Wenn ich am Wettbewerb meinen Hund ohne Fehler über den Parcours führe, habe ich eigentlich den richtigen Weg und die richtige Führung gewählt. Die Art und Weise wie man das geschafft hat, könnte uns
dann eigentlich egal sein. Nur wenn man keine Linie in seiner Führung hat, kann es reine Glückssache gewesen sein und beim nächsten Mal wird es wahrscheinlich in die Hose gehen. Ich bin für die
Führung am Hund. Zu dieser Führung gehört natürlich der „belgische Wechsel", den ich aber im Verlaufe der letzten Jahre etwas anders ausführe.
Erklärung:
Ich betreibe Agility sei 1999, habe alles mitgemacht. Den Anfang mit der Bobtailhündin Vita, übrigens sehr erfolgreich!
Danach kam Jack, zu der Zeit ohne zu übertreiben einer der schnellsten Border Collies in der Szene, siehe 13. Platz beim Jumping bei der Agility-WM in Helsinki oder der 8. Platz im Jumping bei der
Agility-WM in Dortmund. Und dies obwohl er von der Grundschnelligkeit von vielen anderen Border Collies überlaufen wird. Aber durch die enge Führung, und dies ist die Führung beim Hund mit belgischen
Wechseln, war es möglich uns gegenüber den Granaten zu behaupten.
Der ewige Nachteil von Jack war, dass relativ viel ausprobiert wurde, wodurch wir noch heute Zonenprobleme haben, wogegen die Stangenprobleme durch die etwas andere Führung eigentlich in den letzten
Jahren vergessen sind.
Kurz zwischendurch: Mit Kritik muss man leben können, aber ich behaupte, und das sage ich auch immer meinen Leuten im Training: Wenn es nicht klappt ist es nicht immer der Hundeführer, es ist auch
mal der Hund! Oft wurde mir nachgesagt ich laufe zu hektisch, bin zu nervös, war es immer meine Schuld usw., aber gerne hätte ich denen Leute einen doch etwas komplizierteren Hund wie Jack gewünscht.
Aber egal, mit Jack hat es unheimlich Spass gemacht. Mit ihm trete ich jetzt etwas kürzer.
Dann kam Lee; sie wurde aufgebaut mit der Methode, die ich auch in meinen Seminaren versuche an den Mann oder an die Frau zu bringen, d.h. selbstverständlich die Führung am Hund, nur geschieht der
Belgier nicht mehr durch Handwechsel, sondern wird mit einer Hand ausgeführt.
Der grosse Vorteil dieser Führung ist:
a) dass ich dem Hund nicht während des Wechsels mit der anderen Hand entgegenfurchtele;
b) den Hund länger anschauen kann, um ihn dann trotzdem sicher über den Sprung zu helfen;
c) ich zeige ihm mit der gleichen Hand direkt das nächste Gerät an, wogegen ich ihn beim Wechseln der Hand gerne am Gerät vorbei geleite;
d) ich absolut ruhig bleibe, weil ich mich nicht zu beeilen brauche.
Es ist natürlich wie alles eine Trainingssache, aber besonders Hunden, die Stangenprobleme haben, kommt diese Führung zugute. Bis jetzt hatte ich bei jedem Seminar Erfolg mit dieser Methode. Vor
allem schnelle Hunde lassen sich so ruhig, extrem eng und sicher über den Parcours führen.
Auch wiederhole ich mich immer wieder indem ich sage: helft eurem Hund soviel ihr könnt. Das kann man sehr gut mit der berühmten Gegenhand machen. Wenn man mal beobachtet, wie viele Hunde Dis laufen,
weil sie dahin laufen wo ihr Herrchen oder Frauchen gezeigt hat (war übrigens früher auch mein Problem mit Jack) dann müsste sich doch eigentlich jeder seine Gedanken darüber machen.
Normalerweise ist meine erste Stunde bei einem Seminar so aufgebaut, dass es fast unmöglich ist seinen Hund anders zwischen den Hürden durchzuführen als mit der Führung einer Hand, oder ins richtige
Tunnelloch reinzukriegen wie mit der Gegenhandführung. Verzweiflung macht sich dann breit, doch am Ende des Seminars schafft es jeder den Hund spaltenbreit zwischen den einzelnen Hürden zu
führen.
- Kontaktzonen: Werden jetzt seit etwa 2 Jahren bei mir, wie auch bei den Leuten die bei mir mittrainiert haben und ihr Wissen an andere Hundeführer weitergeben, nach der Methode der Dänen trainiert.
Der Aufbau ist von hinten nach vorne. Das Ergebnis ist, dass ich eigentlich keinen Hund mit diesem Trainingsaufbau kenne, der Probleme mit den Zonen hat.
- Slalom: Aufbau - Parallelslalom mit Bögen. Bedeutet am Ende einen supersicheren, schnellen Slalom.
Wichtig: Bei all diesen Übungen sei es Führung, Kontaktzonen, Slalom; habt Geduld. Der Hund muss nicht mit 2 Jahren perfekt sein, gebt ihm Zeit, er wird es euch lange danken. Das einfachste Beispiel
ist meine Lee. Sehr schnell, sehr enge Führung, sicherer Sprung, sicherer Slalom, sichere Zonen.
Probleme im Moment sind: sie löst sich nicht sehr gut von mir und der Abgang der Zonen ist etwas langsam. Aber ist das eigentlich ein Problem? Nein, ich habe Zeit und ich bin sicher, dass ich in
einem Jahr, dann ist Lee 3 Jahre alt, nicht mehr an diese „Problemchen" denke. Schlusswort: Meine vielen Agility-Jahre haben mir leider so manche Sportskollegen gezeigt die den Erfolg auf Teufel komm
raus aus ihrem sogenannten vierbeinigen Freund rausgeholt haben - jedoch oft auf Kosten des Hundes.
Dann lieber nicht ganz oben stehen, aber dafür seinen Hund als Hund betrachten und nicht als Sportobjekt!
J a c k i l e e t y

